Wie entwickelte sich die Osteopathie?

Die Osteopathie ist keine neue Wissenschaft.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte der amerikanischen Arzt Dr. Still (1828-1917) das Grundkonzept dieser ganzheitlichen Manualtherapie. Sein Grundsatz "Leben ist Bewegung" beschreibt das oberste Kriterium für eine optimale Funktion des menschlichen Organismus und wird in Diagnostik und Therapie angewandt. Durch die Arbeit von W.G. Sutherland D.O. und H. Magoun D.O. wurde das Craniale Konzept entwickelt und in die Osteopathie integriert. Die Palpation (Untersuchung durch Abtasten und Befühlen) und Behandlung der inneren Organe wurde erstmals im 19. Jahrhundert durch die Ärzte Glenard und Stapfer bekannt gemacht. Die gegenwärtige Anwendung der visceralen Osteopathie basiert vorwiegend auf den Forschungen von J. P. Barral D.O., den wir auch zu unseren Lehrern zählen.

Die Osteopathie hat in den USA, in England, Belgien und Frankreich bald Anerkennung und Weiterentwicklung gefunden. In den USA entspricht die Ausbildung zum Osteopathen weitgehend der medizinischen Ausbildung eines Arztes. In Großbritannien und neuerdings auch in der Scheiz ist die Osteopathie ein staatlich anerkannter Teil des Gesundheitswesens. Dort ist die Ausbildung zum Osteopathen eine 4-jährige ganztägige Berufsausbildung mit Universitätsabschluss.

In Österreich (Wien) wird die über 6 Jahre dauernde berufsbegleitende Ausbildung für ÄrztInnen und Dipl. PhysiotherapeutInnen seit 1991 angeboten. Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen, die Osteopathieausbildung und die berufliche Tätigkeit des Osteopathen zu standardisieren, mit dem Ziel, ein möglichst hohes Qualitätsniveau der Osteopathie zu sichern. Die österreichische Gesellschaft der Osteopathie (ÖGO) hat diese Aufgabe übernommen.